Berufsaussichten

Generell ist der Stellenmarkt für Physiker über die Jahrzehnte hinweg weitgehend stabil und gut. Eine aktuelle Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) gibt hier einen aktuellen Überblick mit Zahlen für das Jahr 2013.

Das Berufsfeld für Physiker ist sehr weit, von klassischen Arbeiten im Bereich Forschung und Entwicklung (an Hochschulen und in Industrieunternehmen) bis hin zur strategischen Unternehmensberatung. Letztere hätte man zunächst vielleicht nur mit einem betriebswirtschaftlichen Abschluss in Zusammenhang gebracht. Ob man sich aber mit der statistischen Mechanik von Kolloiden oder mit Risikomodellen der Finanzbranche beschäftigt, ist von einem abstrakten Niveau aus betrachtet sehr ähnlich. Anders als Ingenieure und Volks- bzw. Betriebswirte fehlt dem Physiker an einigen Stellen zunächst sicher das Detailwissen. Die Fähigkeit, sich dies aufgrund einer vergleichsweise leicht zu verallgemeinernden Fragestellung schnell anzueignen, ist sicher einer der herausragenden Gründe, Physiker einzustellen. Hintergrund der sehr vielfältigen Einsatzfelder von Physikern ist also deren Fähigkeit zur Lösung komplexer Probleme, die schnelle und gründliche Einarbeitung auch in schwierige Themen, sowie nicht zuletzt die im Studium erworbene hohe Frustrationstoleranz bei abstrakten Problemen. Die folgenden Zitate unterstreichen dies nachdrücklich:

Angesichts der Vielfalt an Berufsfeldern, kann man „Physiker als Multitalente des Arbeitsmarktes“ bezeichnen (Beate Raabe, Zentralstelle für Arbeitsvermittlung).

Methodik macht flexibel, denn Physiker haben im Studium Methodik und deren Anwendung gelernt, wissen also, an konkrete Probleme vernünftig heranzugehen. Das ist ein absoluter Vorteil, denn sie sind in unterschiedlichen Branchen einsetzbar.“ (Dr. U. Weigelt, Patentanwalt in München).

Komplexe Sachverhalte zu durchdringen und analytisch zu denken, das wird unserer Überzeugung nach durch das Physik-Studium stärker gefördert als durch irgendein anderes Studium.“ (Dr. M. Möhrle, Deutsche Bank AG).

Am besten bezahlt werden jedoch Naturwissenschaftler. Sie erzielen bei Unternehmensberatungen Einstiegsgehälter in Höhe von rund 60.000 Euro jährlich. Damit verdienen sie deutlich mehr als Juristen (53.000 Euro) und Ingenieure, Informatiker und Betriebswirte (rund 47.000 Euro), die in die Beratungsbranche einsteigen." (Uni-Spiegel vom 28.2.2008 zur Einkommenssituation bei Unternehmensberatungen)